Felseninsel Stein

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Historischer Hintergrund

Der »Stein« wurde von 1788 bis 1794 im Auftrage des FĂŒrsten Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau errichtet. Die Insel mit ihren Grotten und GĂ€ngen, dem kĂŒnstlichen Vulkan und der Villa Hamilton sind die gebauten Erinnerungen des FĂŒrsten Franz an seine Italienreise. Er wollte den Besuchern eine Vorstellung von der neapolitanischen Topographie, der dort vorherrschenden Vegetation, der Gestalt eines Vulkans, eines antiken Theaters und mit der Villa Hamilton von zeitgenössischer italienischer Architektur vermitteln.

Die Villa Hamilton

Die Villa wurde am Fuße des Vulkans erbaut. Sie entstand als ein Freundschaftsmonument fĂŒr den britischen Diplomaten, Antikensammler und Geologen Sir William Hamilton und zĂ€hlt gewiss zu den reizvollsten klassizistischen Bauwerken in Deutschland. Das Bauwerk und seine drei frĂŒhklassizistischen RĂ€ume sind ein Meisterwerk des Architekten Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff.

Mit dem Kaminzimmer ist der am reichsten dekorierte und schönste Raum des Hauses ebenfalls seit 2005 wieder zu besichtigen. Neben den reichen Decken- und Wandgestaltungen wurde auch die gesamte historische Ausstattung restauriert; die verloren gegangenen Objekte sind durch vergleichbare ersetzt. Der Besucher kann die Gouachen von Charles-Louis ClĂ©risseau, die Alabaster- und FluoritgefĂ€ĂŸe und ebenso die Reliefs von Josiah Wedgwood in ihrem ursprĂŒnglichen Zusammenhang erleben.

Ein besonders bemerkenswertes Restaurierungsergebnis ist das wieder gewonnene Grafikkabinett der Villa Hamilton, das sogenannte GrĂŒne Kabinett. Neben der komplizierten Rekonstruktion der ursprĂŒnglichen Wandmalerei sind es die ĂŒber 80 restaurierten oder faksimilierten Kupferstiche, die die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich ziehen. Nur einige wenige BlĂ€tter konnten bisher noch nicht wieder gefunden werden.

Tempel des Tages und der Nacht

Der vom Zeitgenossen des FĂŒrsten Franz August von Rode verfasste GartenfĂŒhrer aus dem Jahr 1814 beschreibt das „magische Licht” in einem „Cabinet von befremdender Auszierung. Fußboden und WĂ€nde schwarz
, in der Mitte eine blendendweiße BildsĂ€ule auf schwarzem Fußgestelle: Das Gewölbe, gleich dem nĂ€chtlichen Himmel, durch Mond und Sterne erleuchtet. Es ist das Cabinet der Nacht.” Auch dieser oft als Tempel der Nacht bezeichnete Raum konnte restauriert werden.

Restauriert wurde auch der Tempel des Tages, ein vom FĂŒrsten unvollendet belassener Raum auf der Vulkaninsel, der nun seinen Fußboden und seine Fenster zurĂŒckerhalten hat. Fertig gestellt wurde auch die Pergola, an der historische Weinsorten in den nĂ€chsten Wochen ihre ersten Ranken empor schicken werden.

Was nach der Wiedereröffnung geschah?

Mit der Wiedereröffnung des »Stein« waren wesentliche, vor allem die statische Sicherung des Bauwerks betreffende Arbeiten, abgeschlossen. FĂŒr das vollstĂ€ndige Erlebnis der Felseninsel wurde in den letzten Jahren die Restaurierung der außergewöhnlichen Ausstattung weiter vorangetrieben werden. 2009 konnten der Tempel des Tages, der Tempel der Nacht, und das GrĂŒne Kabinett der Öffentlichkeit prĂ€sentiert werden.

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